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Alterssuizid in Österreich: Eine Niedrig- und Hochrisikopopulationsstudie basierend auf verknüpften personenbezogenen Registerdaten

Abstract
Der Suizid eines Menschen ist eine Tragödie auf individueller Ebene und gleichzeitig ein Problem der öffentlichen Gesundheitsfürsorge auf gesellschaftlicher Ebene. Wenig bekannt ist dabei, dass die Suizidraten sowohl in Österreich als auch allen anderen europäischen Ländern stark mit dem Alter ansteigen. Die allerhöchsten Suizidraten finden sich bei hochaltrigen Männern. Österreich hat gegenwärtig eine der höchsten Suizidraten bei Hochaltrigen in ganz Europa und es wird erwartet, dass die absolute Zahl der Suizide bei älteren Menschen in den nächsten Dekaden aufgrund der fortschreitenden Überalterung der Bevölkerung, insbesondere durch das Älterwerden der Babyboomer-Generation, steigen wird. Die zentrale Forschungsfrage dieses Projekts ist daher, welche Risikofaktoren Suizide bei älteren Menschen in Österreich vorhersagen können, was in weiterer Folge dazu beitragen soll, Präventionsmaßnahmen zu verbessern. Vor dem Hintergrund erstmalig zugänglicher und auf individueller Ebene verknüpfbarer Registerdaten in Österreich durch das Austria Micro Data Center (AMDC) soll im Rahmen dieses Projekts untersucht werden, welche älteren Personengruppen ein erhöhtes Risiko für Suizid haben. Konkret planen wir Risikofaktoren in zwei Bevölkerungsgruppen zu untersuchen: (1) die gesamte ältere Allgemeinbevölkerung (Niedrigrisiko-Ansatz) und (2) ältere gerontopsychiatrische Patient*innen (Hochrisiko-Ansatz). Potentielle Risikofaktoren werden demographische und sozioökonomische Faktoren, körperliche und psychische Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit und soziale Isolation umfassen. Dabei werden diese Risikofaktoren nicht nur isoliert voneinander betrachtet, sondern auch deren multiplikativer Effekt, d.h. wenn beispielsweise der Verlust eines Partners mit einer neuen Krebsdiagnose zusammenfällt, untersucht. Mit diesem Forschungsprojekt wollen wir den Alterssuizid in Österreich besser verstehen und damit eine bessere Grundlage für Präventionsmaßnahmen schaffen, und nicht zuletzt die Lebensumstände jener älteren Personen besser zu beleuchten, die keinen anderen Ausweg sehen, als sich selbst (oft mit Gewalt) das Leben zu nehmen.
Schlagworte
Alterssuizid
Epidemiologie
Prävention
Riskikofaktoren
Suizid
Projektleitung:
Stolz Erwin
Laufzeit:
01.07.2024-30.06.2026
Programm:
ÖAW data:research:austria
Art der Forschung
Grundlagenforschung

Weitere Informationen:
https://www.oeaw.ac.at/foerderungen/data-research-austria

Mitarbeiter*innen
Stolz, E, Projektleiter*in
Schultz, A, Projektmitarbeiter*in
Pötz, E, Projektmitarbeiter*in
Beteiligte MUG-Organisationseinheiten
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Projektpartner
Dansk Forskningsinstitut for Selvmordsforebyggelse, Dänemark
Kontaktperson: Assoc. Prof. Annette Erlangsen (PhD);
Landeskrankenhaus Graz, Österreich
Kontaktperson: Prim. Dr. Christian Jagsch;
Sigmund Freud PrivatUniversität Wien, Österreich
Kontaktperson: Assoz. Prof. Dr. Dr. Carlos Watzka;
Gefördert durch
Österreichische Akademie der Wissenschaften, ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, A-1010 Wien, Österreich
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